Tag des offenen Denkmals

"Rasen, Rosen und Rabatten" - Historische Gärten und Parks

Landesweite Eröffnungsveranstaltung im Schlosshof Bodenburg

am 10. September 2006

Landesweite Eröffnung
Christian Wulff,
Ministerpräsident des Landes Niedersachsen (Fotos von der Eröffnung)

Teichlandschaft

Die landesweite Eröffnungsveranstaltung in Niedersachsen findet in Bad Salzdetfurth-Bodenburg, Landkreis Hildesheim, statt. Wie auch schon in den beiden vorangegangenen Jahren wird der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff an dieser Veranstaltung teilnehmen - und das am Tag der niedersächsischen Kommunalwahlen! Damit wird erneut nachhaltig die Bedeutung unterstrichen, die die Landesregierung diesem Aktionstag und damit der Denkmalpflege beimisst.

In Bodenburg, als Sitz einer hildesheimischen Ministerialenfamilie seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar, findet sich im Nordwesten des Ortes in einem landschaftlich reizvollen Umfeld die 7 ha große Gutsanlage, bestehend aus Schloss, Wirtschaftsgebäuden und Parkanlage. Außer einem mittelalterlichen Turm stammen die Gebäude aus dem 17./18. Jahrhundert. Der Park besitzt mit der Nachahmung der mächtigen Fontäne aus dem Barockgarten in Hannover-Herrenhausen und der Tätigkeit Johann Paul Heumanns neben seiner künstlerischen auch eine wissenschaftliche Bedeutung: Mit der Bodenburger Anlage erhält man einen Querschnitt durch die planerische Geschichte der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen und Blütephasen.

Begrüßung
Burghard Freiherr von Cramm,
Eigentümer

Erich Schaper,
Bürgermeister der Stadt Bad Salzdetfurth

Landesweite Eröffnung
Christian Wulff,
Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

Grußworte
Dr. Christiane Segers-Glocke,
Landeskonservatorin und Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege

Hans-Werner Kalkmann,
Vorsitzender des Kunstvereins Bad Salzdetfurth e.V.

Freiherr Dietrich von Hake,
1. Vorsitzender der Niedersächsischen Gesellschaft zur Erhaltung Historischer Gärten

Spaziergang durch den Landschaftspark Bodenburg
mit Erläuterungen durch den Landschaftsarchitekten
Andreas von Hoeren und den Eigentümer

Empfang und Informationsaustausch im Kunstgebäude


Das gesamte bundesweite Programm inklusive der Veranstaltungsangebote für Niedersachsen ist hier abrufbar unter:

www.tag-des-offenen-denkmals.de

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Liebe Besucherinnen und Besucher,
historische Gärten und Parks gehören in unserer schnelllebigen
Zeit zu Orten des sinnlichen Erlebens, zu Fluchtburgen
aus dem Alltag und können Orientierung für
eigenes gärtnerisches Tun geben. So ist das allgemeine
Interesse und ihre Anerkennung als Kunst- und Kulturdenkmale
sowie Stätten der Bildung und Erholung merklich
gestiegen.
Mit dem Thema „Rasen, Rosen und Rabatten“ möchte die
Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Geschichte
von historischen Gärten und Parks, ihr heutiges Erscheinungsbild
und den denkmalpflegerischen Umgang mit
ihnen in den Mittelpunkt stellen. Gartendenkmale sind das
Ergebnis menschlicher Gestaltung. Die Besonderheit hierbei
ist das lebende pflanzliche Material. Damit gehören
Gartendenkmale zu den am stärksten gefährdeten
Kulturgütern.
Aufgrund der Geschichte Niedersachsens ist das Spektrum
an Gartendenkmalen sehr vielfältig. Es umfasst Gärten und
Parks der ehemaligen Landesherren und des Adels,
Klostergärten, Haus- und Villengärten, aber auch Bürgerund
Volksparks, Künstlergärten sowie Wallgrünanlagen
und ländliche Gärten. In Bodenburg, Landkreis Hildesheim,
befindet sich im Nordwesten des Ortes in historisch reizvollem
Umfeld der aus dem Mittelalter stammende ehemalige
Herrensitz der von Steinberg, jetzt im Besitz der Familie von
Cramm. Die Anlage umgibt ein malerisch gestalteter
Landschaftspark aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach
umfangreicher Restaurierung präsentiert sich der Park mit
seinem alten Baumbestand, schwungvoll geführten Wegen
sowie Teich- und Wasserspielen.
Gerade historische Parkanlagen werden häufig durch bürgerschaftliches
Engagement erhalten und gepflegt. So ist
dieser Aktionstag auch ein Beispiel für die Vielfalt an Möglichkeiten
ehrenamtlicher Tätigkeit. Allen Veranstaltern sei
an dieser Stelle ganz herzlich für ihren Einsatz gedankt.

Dr. Christiane Segers-Glocke
Landeskonservatorin und Präsidentin
des Niedersächsischen Landesamtes
für Denkmalpflege

 

Angebote im Raum Bad Salzdetfurth

Bad Salzdetfurth
Die über 250 Jahre alten Gradierwerke im Kurpark von
Bad Salzdetfurth dienten ursprünglich der Salzgewinnung
und liefern heute einen wesentlichen Beitrag zur Freiluftinhalation.
Im letzten Jahr wurden beide Gradierwerke
vollständig saniert. Es finden Führungen statt, die auch das
Bergbaumuseum mit seinen fünf sehenswerten Abteilungen
einschließen. Von 15.00–17.00 Uhr spielt das Blasorchester
Burgstemmen.

Bodenburg
Neben dem Landschaftspark des Gutes Bodenburg der
Familie von Cramm wird der 1995 eingeweihte ökologische
Lehrpfad gezeigt. Er ist 17 Kilometer lang und verbindet
die Orte Bodenburg, Breinum, Östrum und Wehrstedt
miteinander. Auf 17 informativen Tafeln nimmt er Bezug
zum Wasserreichtum der Landschaft zwischen Leinebergland
und Harz. Zu ausgewählten Stationen rund um das
Bodenburger Schloss werden Führungen angeboten.

Derneburg

Um das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum
Schloss umgebaute ehemalige Kloster erstreckt sich über
das weite Tal der Innerste und den angrenzenden Hängen
der nach dem englischen Vorbild einer „ornamented
farm“ gestaltete Landschaftspark. Diverse Staffagebauten
wie eine Grabpyramide und der Freundschaftstempel sind
auf dem Rundwanderweg „Laves-Kulturpfad“ zu besichtigen.
Das „Glashaus“ ist ein altes Gewächshaus der ehemaligen
Schlossgärtnerei. Es wurde zu einem Ausflugscafé
und Kulturzentrum umgebaut. Hier ist eine Ausstellung
über die Geschichte des Parks aufgebaut.

Henneckenrode

Unterhalb des sich am Rande eines Tales erhebenden ehemaligen
Herrenhauses befindet sich der in seinem Ursprung
wahrscheinlich auf die Zeit der Renaissance zurückgehende
Küchengarten. Die in einen großen See ragende
Anlage ist über steile Treppen seitlich des Hauses und diesem
vorgelagerte hohe Terrassen zu erreichen.
Seit 1838 befindet sich im Schloss eine Kinder- und
Jugendhilfeeinrichtung, die von der Blum’schen Waisenhausstiftung
getragen wird. Führungen durch Garten und
Freigelände finden um 10.00, 12.00, 14.00 und 15.00 Uhr
statt.

Lamspringe
Ehemaliges Kloster aus dem 17. Jahrhundert mit imposanter
Kirche, die im Barock prachtvoll ausgestattet wurde.
Der angrenzende Bürgerpark entstand auf dem Gelände
der Klostergärten. Er wurde in den letzten beiden Jahren
unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Interessen
saniert. Im Park entspringt die für Kloster und Ort namensgebende
Lamme aus kräftiger Quelle.

„Radweg zur Kunst" mit seinen Teilabschnitten

„KunstBeWEGt" zwischen Bodenburg und Lamspringe
sowie dem Teilabschnitt „Skulpturenweg" zwischen Lamspringe
und Bad Gandersheim mit circa 15 Skulpturen und
Skulpturengruppen zeitgenössischer Künstlerinnen und
Künstler. Heimatmuseum des Flecken Lamspringe
(geöffnet 15.30–17.30 Uhr). Historische Fachwerkbauten
in der Hauptstraße ab dem 17. Jahrhundert.

Walshausen

Die 1829 als Sommersitz errichtete Villa des ehemaligen
Gutes Walshausen ist auf Entwürfe des hannoverschen
Hofbaumeisters G. L. F. Laves zurückzuführen. Der zur
Innerste abfallende Park wurde im Sinne der Landschaftsgestaltung
des frühen 19. Jahrhunderts zum inszenierten
Blick in die Umgebung und auf das Herrenhaus. Führungen
nach Bedarf.

Wrisbergholzen

Dem zwischen 1740 und 1745 errichteten Schlossensemble
schließt sich ein mehrfach erweiterter und
umgestalteter Park an, dessen überkommene Gestalt im
Wesentlichen um die Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen
wurde. Die heute in ihrem Bestand äußerst bedrohte
Anlage zählt zu den ursprünglich am intensivsten ausgeformten
und am reichhaltigsten ausgestatteten Landschaftsparks
in Niedersachsen. Der Park ist im Rahmen von
Führungen von 11.00–17.00 Uhr zugänglich. Zudem ist
die ehemals zum Schloss gehörende Fayencemanufaktur
von 1736 und das im Schloss befindliche Fliesenzimmer
mit Fliesen aus der Manufaktur zu besichtigen.

Upstedt

1000-jährige Linde, die wohl im Zuge der Einführung des
Christentums um etwa 850 als „Marienlinde“ gepflanzt
wurde. Damit vermutlich eine der ältesten Linden in
Deutschland.